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1827

[Gestorben sein, muß eine Wonne sein]

Friedrich Rückert

Gestorben sein, muß eine Wonne sein, Zu sterben auch ist keine große Pein; Als sterben schwerer ist es, sterben sehn Das, was man liebt, doch wird's vorübergehn;

Wenn sie uns dann nur Ruhe ließen haben, Wenn nicht das Aergste wäre das Begraben; Wo von Zudrängern rückt, von Müßiggängern Ein Heer einher, die Qual dir zu verlängern,

Die zur Hinrichtung macht den Leichenzug, Bis endlich die Erlösungsglock' anschlug, Daß man dein Liebstes nur trag' aus dem Haus, Das du nun selber wünschen mußt hinaus,

Daß aus nur sei, nur aus Das Gräßliche, der Leichenschmaus, Was schauderhaft dein Innerstes empört, Dir die Besinnung, dir die Andacht stört,

Die dieser Stunde wohl gehört; Als hätten wir für Thoren Gezeugt nur und geboren, Erzogen und verloren

Ein Kind, damit sie möchten fein versuchen Die Kindtaufs- erst und nun die Leichenkuchen! Still, bete, Herz, damit du nicht mußt fluchen!

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