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1827

Abendgemälde

Friedrich Rückert

Wie der Abend stiller wird Und von fern die Mühlen wogen, Kommt an seinem Stab der Hirt Singend durch das Thal gezogen.

Lächelnd tritt er zu dem Bach, Neigt sich drüber hin und winket; Ist es wohl der Sonne nach, Die dort hinter Wolken sinket?

Ja und nein! Noch eh' sie ganz Wird hinunter sein gesunken, Hat er neuen Sonnenglanz In sein Auge dort getrunken.

Siehst du? wie ein Zephyrhauch Tanzt es her vor seinen Blicken; Aber ruhend in dem Strauch Wird sie erst ihn ganz erquicken.

Komm! der Liebe stille Rast Soll kein fremder Blick beschleichen; Und wenn du ein Schätzchen hast, Magst du gehn und thun desgleichen.

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Abendgemälde · Friedrich Rückert · Poetry Cove