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1827

Abendfeier

Friedrich Rückert

Ein Schein der ew'gen Jugend glänzt Ins Erdenthal, Die Höh'n mit Offenbarung kränzt Der Abendstrahl.

Die Lerche singt der Sonne nach Von hohem Ort, Dann wird die Nachtviole wach Und duftet fort.

O wie mild der Abendrauch Dort aus Hütten steiget! Ob es wohl im Innern auch Sich so freundlich zeiget?

Ob es in dem Innern auch Dumpf und düster schweiget; Sei zufrieden, daß der Rauch Mild gen Himmel steiget.

Vom Turme bläst ein Abendlied In Abendlerchenchöre. Was sagt es? daß ein Mensch verschied; Daß nichts die Ruh' ihm störe!

Sei er geschieden sanft und rein, Wie dort die Sonne scheidet, Und ruh' in Friede wie der Hain In Abendrot gekleidet!

Die Schwalbe schwingt zum Abendliede Sich auf das Stänglein unterm Dach: Im Feld und in der Stadt ist Friede, Fried' ist im Haus und im Gemach.

Ein Schimmer fällt vom Abendrote Leis in die stille Straß' herein, Und vorm Entschlafen sagt der Bote, Es werd' ein schöner Morgen sein.

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