Gar viele Geister gehn beim Menschen aus und ein,
Und selber weiß er nicht, ob bös' ob gut sie seyn.
Er merkt es nicht, bis sie zuletzt sich selbst verrathen,
Ausbrütend im Gemüt gut' oder böse Thaten.
Es war ein Nest gebaut an meines Hauses Wand
Im tiefen Mauerritz hart unterm Fensterrand.
Vom Boden auf zu hoch, zu tief vom Fenster oben;
Was in dem Neste sei, ich konnt' es nicht erproben.
Im ersten Morgengraun, im letzten Abendschimmer,
Flog etwas aus und ein mir unter'n Augen immer.
Doch eh ich mich besann, so war es schon vorbei,
Ob es der Zwietracht Spatz, des Friedens Schwalbe sei.
So bis zum Frühlingsend' erhielt sichs still im Neste,
Doch um die Sommerwend' erwachten laute Gäste.
Sie flogen, flatterten und schwirrten allenthalben,
Und froh erkannt' ich erst, es waren junge Schwalben.