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1788–1866

92.

Friedrich Rückert

Wie, wer aus Finsternis auf einmal tritt ins Licht, Geblendet ist und sieht vor lauter Sehen nicht; Und wie hinwiederum wer aus dem vollen Stral Des Tages plötzlich tritt in völlig dunkeln Saal:

Das Auge starrt, bis es dem Wechsel sich gewöhnt, Und mit der innern Welt die äußre sich versöhnt; Bis dort das Auge lernt im Glanze sich zu weiden, Und hier die Gegenständ' im Dunkel unterscheiden:

So kann ein Menschenherz viel Glück und Unglück fassen, Doch ists am glücklichsten in seiner Ruh gelassen; Von Glanz geblendet nicht, noch auch von Nacht umhüllt, Von sanftgedämpftem Licht Aug' und Gemüth erfüllt.

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92. · Friedrich Rückert · Poetry Cove