Skip to content
1788–1866

85.

Friedrich Rückert

Um Eines ist das Thier vom Menschen zu beneiden, Daß es nicht sorgen darf, wie es sich solle kleiden. Im Winter wächst sein Pelz, im Sommer här't er sich, Der Jahrzeit stets gemäß und jedem Himmelstrich.

Das Kleid veraltet nie und kommt nicht aus der Mode, Mit der Geburt wird's angelegt und ab im Tode. Kein Wechsel ist erlaubt mit Purpur, Gold und Seide; Und der Verschwendung bleibt kein Anlaß noch dem Neide.

Vom Thiere gilts allein: das Kleid macht nicht den Mann; Weil keins vorm andern sich durchs Kleid auszeichnen kann.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
85. · Friedrich Rückert · Poetry Cove