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1788–1866

83.

Friedrich Rückert

Der du im Lichte bist, und bist in mir das Licht, Ich nehme was du gibst, und andres will ich nicht. Du gabest mir den Drang, so klar dein Lob zu sagen, Als Mund und Ohr von mir und Welt es konnt' ertragen.

Du gabest mir die Kunst, nicht schöner uns zu lügen, Als, Welt und ich, wir sind, doch schöner uns zu fügen. Das bleibe mir bewußt: Nur Gottes Macht besiegeln Wollt' ich in der Natur, nicht drin mich göttlich spiegeln.

Und darum dank' ich dir für jeden hellen Blick, Den du mich ließest thun in Leben-Tod-Geschick. Ich danke dir, daß du die Augen mir erschlossen, Durch die von außen auch dein Glanz in mich geflossen.

Ich will, solange mir zum Sehn die Augen taugen, Nur deinen Glanz aus Stern- und Blumenaugen saugen. Und soll dem Auge nun das äußre Licht erblinden, So laß als innres dich in meiner Seele finden.

Ich habe gnug gesehn, um lebenslang zu malen Ein Bild, wie dein Geschöpf nicht stralt, doch sollte stralen.

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