Wolfeiler kanst du nicht den Fordernden abspeisen,
Als ihm, daß er schon was er fordert hat, beweisen.
In Ruh genießest du den Ueberfluß der Gaben,
Wenn du uns glauben machst, daß wir die Fülle haben. —
„was fechten Niedere der Höhern Vorrecht an?
Sein eigen Vorrecht hat auch der gemeine Mann.
„hat nicht der Bettelmann den Vorzug vor dem Reichen?
Er nimmt Almosen an, und dieser muß es reichen.
„du hast, was er dir gab, den Reichen hat die Habe;
Es geht kein Herrscherstab vor deinem Bettelstabe.
„dir stihlt, weil er ist leer, kein Dieb den Bettelsack;
Leicht trag ihn, und entbehr den schweren Sorgenpack.
„schwer hält dem ird'schen Sinn des Irdischen Entschlagung;
Leicht fällt der Hauptgewinn des Lebens dir, Entsagung.“ —
Ein lust'ger Bettler mag so trösten seinen Sohn,
Doch in des Reichen Mund klingt dieser Trost wie Hohn.