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1788–1866

8.

Friedrich Rückert

Vorm Spiegel auf dem Tisch im Körbchen standen Früchte, Die spiegelten sich ab im Spiegel bei dem Lichte. Sie standen zweimal da, einmal auf ihrem Tische, Das andremal im Glas, und mit zwiefacher Frische.

Der Vater sprach zum Kind: Wenn du hier wählen solltest, Von beiden Körbchen, sprich, welcheins du lieber wolltest? Das liebe Kind sprach unbedenklich: Das da drinnen! Der Vater aber nahm das andere von hinnen,

Und sprach zum Kinde: Nimm dir nun das Körbchen dort! Verwundert aber riefs: O Vater, es ist fort. Der Vater sprach: Und weißt du auch, wo's hingekommen? Es ist verschwunden, weil ich dieses weggenommen.

O daß doch, liebes Kind, nie, weil gering dir gilt Die Wirklichkeit, du greifst nach einem Spiegelbild!

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