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1788–1866

78.

Friedrich Rückert

Sohn, aufrecht sei dein Gang, und all dein Thun aufrichtig! Aufrechter Gang ist für den Menschen nicht unwichtig. Er ist, von Gott gewährt, die erste hehrste Gunst, Und ist, vom Kind gelernt, die erste schwerste Kunst;

Die, und die eng mit ihr verbundne Kunst der Rede, Begründet und bedingt der andern Künste jede. Hoch halte sie, o Sohn, und mach Gebrauch davon; Steh aufrecht, wo du stehst, nah oder fern dem Thron.

Vorm höchsten Throne selbst halt aufrecht die Gedanken; Wen Gottes Gnade hält, den lässet sie nicht wanken. Steh wie ein frommer Knecht vor deinem Herrn aufrecht, Gegürtet, winkbereit, zur Arbeit, zum Gefecht.

So geh, aufrechtes Haupts, ohn' Hochmuth auf der Erde; Aufrichtig sei dein Sinn, dein Wort und die Geberde. Halt aufrecht, wie dich selbst, das Recht, wo du vermagst; Richt auf Erliegende, und dich, so du erlagst.

Die Sterne winken dir, zu ihnen aufzurichten Den Blick, und deinen Gang nach ihrem Lauf zu richten.

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