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1827

7.

Friedrich Rückert

Die Schöpfung ist zur Ruh' gegangen, o wach in mir! Es will der Schlaf auch mich befangen, o wach in mir! Du Auge, das am Himmel wachet mit Sternenblick, Wenn mir die Augen zugegangen, o wach in mir!

Du Licht, im Äther höher strahlend als Sonn' und Mond; Wenn Sonn' und Mond ist ausgegangen, o wach in mir! Wenn sich der Sinne Thor geschlossen der Außenwelt, So laß die Seel' in sich nicht bangen, o wach in mir!

Laß nicht die Macht der Finsternisse, das Grau'n der Nacht Sieg übers innre Licht erlangen, o wach in mir! O laß im feuchten Hauch der Nächte, im Schattenduft Nicht sprossen sündiges Verlangen, o wach in mir!

Laß aus dem Duft von Edens Zweigen in meinem Traum Die Frucht des Lebens niederhangen o wach in mir! O zeige mir, mich zu erquicken, im Traum das Werk Geendet, das ich angefangen, o wach in mir!

In deinem Schoße will ich schlummern, bis neu mich weckt Die Morgenröte deiner Wangen; o wach in mir!

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