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1788–1866

49.

Friedrich Rückert

Der Mensch ist nicht gemacht, zum Himmel aufzufliegen; Die Flügel fehlen ihm, sich vogelgleich zu wiegen, Und hätt' er Flügel auch, und fehlt' ihm nichts am Schwunge, Kein Vogel würd' er doch mit seiner Menschenlunge.

Auf hohen Bergen schon geht ihm der Athem aus, Behaglich ist er nur auf mittlern Höhn zuhaus. Und füllt er seinen Ball mit Lüften oder Feuern, Und lernt durchs Meer der Luft alswie durchs andre steuern;

Was hilfts ihm, wenn er auch nicht füllen zum Verbrauch Der Luftfart kann mit Luft zum Athmen einen Schlauch? Alswie ein Schiffer, eh er auf die bittern Bronnen Hinaus sich wagt, zuvor mit süßen füllt die Tonnen,

Bis er sein Schifflein legt an einem Eiland an, Wie jener an dem Rand des Mondes seinen Kahn! Drum lieber lasset uns von fern des Mondes Nachen Beschauen in der Nacht, wann wir gerade wachen,

Und wann wir schlafen, uns, gefittiget vom Traum, Schwingen empor zu ihm und jedem höhern Raum.

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