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1788–1866

41.

Friedrich Rückert

Komm her und laß uns in den heil'gen Fluten baden, Die mit dem Silberblick zur Reinigkeit uns laden. Die Sonne breitet aus des Stralenmantels Füllen, Um in ein schönres Kleid als ird'sches dich zu hüllen.

Ein lindes Badetuch reicht dir die Morgenluft, Das dich mit Wohlgeruch abtrocknet und mit Duft. Das Wasser selber wallt ein Gürtel von Kristallen, Der dir um die Gestalt sich schmiegt mit Wohlgefallen.

Und auf dem Grunde ruht, geschmeidigt von der Flut, Die Erde, die dir weich Sandalendienste thut. So tauche rein dich ein in jedes Element, Und sei von dem, der ist in jedem, ungetrennt.

Die Flut, die ewig träuft von seinen Augenlieden, Hat er zum Labequell dem Erdendurst beschieden.

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