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1788–1866

41.

Friedrich Rückert

Die Abendröthe kam, und sah zum Tod ermattet Das Leben, Schlummer half, und sanft ward es bestattet. Die Nacht im Trauerflor, die dunkle Klagefrau, Gieng hinterdrein, und weint' aus Sternen kalten Thau.

Doch Morgenröthe kam heran mit glühnden Wangen, Und rief: Wo ist mein Kind? ich glüh' es zu umfangen. Gestorben! rief die Nacht mit letztem Thränenguß. Da weckt' es rasch vom Schlaf der Morgenröthe Kuß.

Die holde Mutter sprach: O dürft' ich bei dir bleiben! Doch schon die Sonne flammt, von dir mich zu vertreiben. Leb' wohl! auch diesen Tag und jeden mußt du sterben, Doch neues Leben stets von meinem Hauch erwerben.

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