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1788–1866

41.

Friedrich Rückert

Es gibt ein Jenseit, das herein ins Disseit reicht; Kein Herz ist, das davon nicht ein Gefühl beschleicht. Umschlungen hält es dich, umrungen und durchdrungen; Du fühlst, es ist nicht dir, du selbst bist ihm entsprungen.

Du weißt nicht, was es ist, doch hörst du daß es spricht, Lieb' ist es und nicht Haß, nicht Finster, sondern Licht. Es ist das Wirkliche, das Wahrheit in dir wirkt, Das Unerklärliche, des Klarheit dich umzirkt.

Du kannst den Mittelpunkt der Seele dir nicht rauben, Und mußt dem innern Sinn, wie deinen äußern, glauben. Siehst du dafür dich um nach Zeugnis der Erfahrung, So nennst du, was damit einstimmet, Offenbarung.

Nichts wird dir offenbart, wo du nicht offen bist; Und außen siehst du nichts, was dir nicht innen ist. Das Aeußre dient dir nur, dein Innres zu entfalten, Dein Innres, weiter dann das Aeußre zu gestalten.

Dann siehst du ausgemalt aus deinem Farbenschatze Dein Jenseit leibhaft als Verklärung oder Fratze.

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