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1788–1866

38.

Friedrich Rückert

Was ist die Schönheit, Herz? das Spiegelbild der Liebe. Die Liebe fühlte Schmerz, daß ungeliebt sie bliebe. Die Thräne, die ihr quoll, mußt' ihr zum Spiegel dienen; Sie kannte selbst sich nicht, wie sie sich drin erschienen.

Sie rief: O schön! Und Schön heißt seitdem dieses Bild, Das aus dem feuchten Grund des Liebespiegels quillt. Der Spiegel und das Bild darin ist uns geblieben; Und wer die Schönheit sieht, der muß die Schönheit lieben.

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