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1788–1866

31.

Friedrich Rückert

Wikramaditia, Hindustans Oberkönig, Dem sieben Könige, die mächtigsten sind fröhnig, Nicht darauf ist er stolz, stolz ist er darauf bloß; Daß sieben Dichter hat vereint sein Fürstenschloß.

An seiner Krone sind sie sieben Edelsteine, Die dadurch ewig stralt mit unverwelktem Scheine. In Trümmer hat die Zeit gelegt sein Königthum, Allein sein Name steht mit Kalidasas Ruhm;

Des Kalidasa, der Sakuntala gedichtet, Von der im Abendland nun auch der Ruf berichtet; Im Abendlande, wo zu gleichem Preis und Lob, Wie Indiens gröster Fürst, ein kleinster sich erhob:

Der soviel stralende Gestirn' um seinen Thron Versammelt, daß auch er auf ewig stralt davon; In dessen Fürsten-Pfleg' ein Fürst der Genien Eleonoren schuf und Ifigenien:

Der Fürst verdiente, daß gerechnet, gleich der Aere Wikramaditias, nach ihm auch eine wäre; Der seine Stimme nicht ließ mit im Chor erschallen, Doch still der Mittelpunkt war der Begeistrung allen;

Ihr Fürst nicht, sondern Freund (den Ruhm soll ihm entreißen Kein andrer) stolz darauf, und würdig, es zu heißen. War etwa Fürstenprunk und Eitelkeit der Hebel? Dagegen zeugen laut die Briefe gnug an Knebel.

Seit ich die las, steht hier im Heiligthum der Brust Ein Bild der Andacht mir, von Weimar Karl August.

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