Skip to content
1788–1866

29.

Friedrich Rückert

Die Mutter gibt zum Fest den lieben Kindern Gaben, Und alle danken ihr, was sie empfangen haben. Sie drängen sich mit Dank um sie, und sagen nichts Dem Vater, der dabei steht ernsten Angesichts.

Den Vater wird es wol verdrießen, daß die Kinder Nur auf die Mutter schaun, und nicht auf ihn? Nichts minder. Ihn freut die kindische, die glückliche Beschränkung, Und was die Mutter ehrt, gereicht ihm nicht zur Kränkung.

Ihn freut die glückliche, die kindische Beschränkung, Die nach dem ersten Grund nicht fragt der Festbeschenkung, Nicht nachdenkt, daß dazu, was unter ihrem Titel Die Mutter gibt, ihr selbst der Vater gab die Mittel.

Wer sind die Kinder? wer die Mutter? und wer ist Der Vater? rathe das, wenn du ein Rather bist.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
29. · Friedrich Rückert · Poetry Cove