Skip to content
1788–1866

28.

Friedrich Rückert

Die Kränze, die du siehst, sind lauter Trauerzeichen Erblichner Freuden, die den Freuden nach erbleichen. Für jede Lust, die starb, zum Denkmal einen Kranz Hab' ich geflochten, und umkränzt bin ich nun ganz.

Hier hängt der Freundschaft Laub, und hier der Liebe Flitter, Und hier das Vaterglück, gemäht vom dunklen Schnitter. Hier welkt die Jugend, hier der Ruhm, und hier daneben Ist eine Stelle noch für diesen Rest von Leben.

Wer nach mir übrig bleibt, wann ich geschieden bin, Häng' einen letzten Kranz aus dunkeln Blumen hin. Und wenn ein Gast besucht die leere Siedelei, Ihr welken Kränze, sagt: So geht die Welt vorbei.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
28. · Friedrich Rückert · Poetry Cove