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1788–1866

244.

Friedrich Rückert

Mein Kind, o könnt' ich dich, da du nun auf die Schwellen Des Lebens eintritst, gleich ans Ziel im Geiste stellen; Damit du, was gethan am Schluß einst deiner Bahn Du möchtest, thätest jetzt, indem du sie tritst an.

Mein Kind, auf diesem Weg bin ich vor dir gegangen; Was hilfts, vor Dornen dich zu warnen und vor Schlangen? Mein Kind, mit deinem Gang heb' ich neu meine Schwingen; Was selbst mir nicht gelang, das möge dir gelingen.

Was selbst ich nicht errang, das mögest du erringen; Was unvollbracht ich ließ, Gott lass' es dich vollbringen. Mein Kind, ich zittre beim Gedanken schon, daß fallen Du könnest, und allein muß ich dich lassen wallen;

Allein, in Gottes Hut, allein mit deinem Muth; Schreit und bedenk, daß man zurück den Schritt nie thut.

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