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1788–1866

22.

Friedrich Rückert

Wag' es wenn du's vermagst, von beiden Lebenssfären Die hier für Schein, die dort für Wahrheit zu erklären! Und sieh die Wirklichkeit für einen Schatten an, Der dort vom fernen Licht sich streckt zu dir heran!

Dagegen laß nur auch dem andern seinen Glauben, Der diese Wirklichkeit sich nicht will lassen rauben, Und selbst das Ewige für einen Schatten hält, Der von dem Sinnlichen hinaus ins Leere fällt.

Du kannst den Schatten hier nicht leugnen, der dich neckt, Und er dort jenen nicht, der ihm ein Grauen weckt. Ihr theilet beide gleich die Welt in Licht und Schatten, Und tauscht die Namen nur, wer will's euch nicht gestatten?

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