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1788–1866

162.

Friedrich Rückert

Soll ich den nahen Tod dem Todesnahen zeigen? Soll ich dem Sterbenden von seinem Sterben schweigen? — Vor Augen hatt' er stets in diesem jenes Leben, Gewaltsam brauchst du nicht den Vorhang ihm zu heben.

Doch würd' er auch dem Tod mit unbefangnem Blick Ins Antlitz schaun, wie sonst manch anderem Geschick. Ob du den Tod ihm magst verdecken, ob entdecken, Gefärden wirst du dort ihn nicht, hier nicht erschrecken.

Doch ists ein wicht'ger Schritt, von hier hinübertreten Ins unbekannte dort, bei dem es ziemt zu beten. Du bet', und frage nicht, ob er auch bete mit; Bete für dich und ihn, wie er hinüber tritt.

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162. · Friedrich Rückert · Poetry Cove