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1827

11. Frühlingsanfang

Friedrich Rückert

Morgens weckte mich ein Hauch: Frühling hat begonnen, Auf und bade nun dich auch Wie die Welt in Wonnen.

Ging ich übers Feld im Kreis Blühender Gestalten: Eine sprach: „Du bist ein Greis, Sitze bei den Alten!“

Doch ich sagte. „Liebes Kind, Sieh den Berg, den hohen, Über dessen Scheitel sind Jahre viel geflohen.

Aber aus dem Wintertraum Hat er sich gerüttelt, Hat von seines Kleides Saum Frost und Reif geschüttelt.

Nimmt fürs graue Pelzgewand Sommergrüne Decken, Um an kühler Bäche Rand Sanft sich hinzustrecken.

Alle Blumen ladet er, Ihm zu nahn mit Düften, Und mit Wonne badet er In den lauen Lüften.

Also laßt mich zwischen euch Ruhn und mit Behagen Träumen unter Lenzgesträuch Von vergangnen Tagen.“

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