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1788–1866

109.

Friedrich Rückert

Mein Freund, laß uns nur nicht so schnell bei Seite schieben Die alten Dichter, weils die neuern höher trieben. Gar mancher, den man jetzt so vornehm überguckt, Die Achsel mitleidsvoll bei seinem Namen zuckt,

Ist, wenn du bringst die Zeit in Anschlag, gar nicht schlecht, Und, wenn du absiehst von der Zeit, nicht minder echt Als mancher, der da nun so hoch die Saiten stimmt, Weil er so leicht wie Kork auf Beifallswogen schwimmt;

Und kann sogar noch jetzt gefallen, wie wol kaum Wird jener können, wann zergangen einst der Schaum. Hier ist nichts was entzückt, doch auch nichts was verletzt, Und, wenn du mäßig bist, genug was dich ergetzt.

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