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1788–1866

108.

Friedrich Rückert

Worin besteht die Lust, die eigne Lust, auf Fluren Des Alterthumes nachzugehn versunknen Spuren? Hier aufzufrischen, was der Hauch der Zeit verwischt, Dort wegzuwischen, was sich Falsches dreingemischt?

Mit schwachem Nachtlicht Nacht der Räthsel zu beglänzen, Und mit Vermuthungen die Trümmer zu ergänzen? Die Menschheit ists in dir, die sich an sich ergetzt, Gern aus dem Alter in die Jugend sich versetzt;

Wie du im engern Kreis dich deines Bildes freuest, Wenn du des Tagebuchs erloschne Schrift erneuest, Wenn dein rückahnender Gedanke glücklich knüpft Den Faden, wo er dir vor Jahren ist entschlüpft.

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