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1788–1866

10.

Friedrich Rückert

Kaum hast du dich gefreut fehlloser Jugendblüthe Des schönsten, theuersten, mit dankbarem Gemüthe; So haucht ein Unheil, und der Lustglanz ist vorbei, Alsob gefallen drein ein böser Mehlthau sei.

Darf man sich loben nichts, aus Furcht es zu berufen? An nichts sich freuen, was zur Freude Götter schufen? Nein, danke Gott, daß dir nicht lastet aufs Genick Feindselige Göttermacht und neidisches Geschick.

Nein, danke Gott, der dir die Freude gönnen wollte Am Schönen eben noch als es verblühen sollte. Nicht deine Freude hat den Schaden angebahnt, Du freutest dich nur so, vom droh'nden vorgemahnt.

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