O Berenice! schöner als der Morgen, Für mich geboren, lange mir verborgen, Ich sahe dich, ich liebte dich: Doch ach! was fühltest du für mich?
Ich fühlte deine feuervollen Blicke, Und wandte schnell die meinigen zu- Schon traut’ ich ihnen selbst nicht mehr; Denn ach! sie liebten dich zu sehr.
Nach dir kann nichts hinfort mein Herz Nach dir auch nicht die schönste der Göt- Vergeblich böte sie mir heut Mit ihrer Hand Unsterblichkeit.
Vor dir hat nichts mein junges Herz Nun würde dirs durch keinen Gott ent- Und gäb’ er mir mit seiner Hand Die Gottheit über Meer und Land.
Ach! willst du mir nicht bald dein Dein Ebenbild in einer Tochter ge- Nicht dieser Augen schlauen Witz? Nicht diesen Mund, der Suada Sitz?
Dein sey das Ebenbild des ersten Wann dich dereinst die Sorgen deines Aus meiner Arme Banden ziehn, Umarm’ ich doch, statt deiner, ihn.
Wenn mich und dich die Göttinn Isis Und mir dein Bild in einem Sohne So bring’ ich diese Schal’ ihr dar, Die Zeuginn unsres Bundes war.
Und wenn die Götter mir dein Bild So will ich ihnen diese Locke weihen. Die funfzehn oder sechzehn Jahr Die Zierde meiner Scheitel war.
Ach! soll ein Stal diess schöne Haar So muss ein Gott es an den Pol ver- Dort ist der Raum noch nicht gefüllt, Dort flamm’ es als ein Sternenbild.
Bis in den Himmel fliege deine Dort werde sie, bey jedem Freuden- Voll Nektar, der die Götter tränkt, Und voll Unsterblichkeit geschenkt.
Wann, spät nach mir, dich selbst der Dann thronest du wo deine Locke lo- Der ganze Norden ehret dich; Doch lange nicht so sehr, als ich.
Mit mir zugleich geneuss im Sternen- Den Göttertrank aus deiner goldnen Geliebter! kann er süsser seyn, Als dieser hochzeitliche Wein?
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