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1725–1798

Der May, eine musikalische Idylle.

Karl Wilhelm Ramler

Willkommen, allmächtiger May! Schönster unter den zwölf Göttern, Die dort am Himmel im Kreise sich lagern! Du krönest mit Segen das Jahr.

Willkommen, allgütiger May! Bester unter allen Göttern, Die Feld und Garten mit Früchten erfüllen! Du segnest mit Liebe die Welt.

Ich sah den jungen May: Seine Silberglocken Hiengen um den Schlaf. Als er vom Himmel fuhr,

Blühten alle Wipfel; Als er den Boden trat, Liess er Violen und Hyacinthen im Fuss- Ich sah den jungen May:

Einen Kranz von Myrthen In der rechten Hand. Als er vom Himmel fuhr, Sangen ihm die Lerchen;

Als er zur Erde sank, Seufzten vor Liebe die Nachtigallen aus Willkommen, allmächtiger May! Schönster unter den zwölf Göttern!

Du krönest mit Segen das Jahr. Willkommen, allgütiger May! Bester unter allen Göttern! Du segnest mit Liebe die Welt.

Seht, die Traube bricht hervor Unter jungen Rebenblättern, Und verkündigt Most! Dieses machen die fröhlichen Götter,

Bacchus und der May. Muntre Schäfer, lasst uns trinken: Eine Schale dem May, und eine dem Seht, der Wiese junges Grün,

Laue Lüste, Wohlgerüche Laden uns zum Tanz! Dieses wollen die fröhlichen Götter, Amor und der May.

Schäferinnen, lasst uns tanzen: Einen Reihen dem May, und einen dem Willkommen, allmächtiger May! Du krönest mit Segen das Jahr.

Willkommen, allgütiger May! Du segnest mit Liebe die Welt. Glücklich ist der Hirt, Der im May die Welt erblickte,

Wann die Rose die Knospe durchbricht: Seine Kindheit hauchte Freude, Freude düftet sein Alter dereinst. Glücklich ist der Hirt,

Den im May die Hirtinn liebet, Wann der Weinstock die Pappel umarmt: Seine Jugend liebt sie zärtlich, Zärtlich liebt sie sein Alter dereinst.

Ihr Kinder des Mayen, lobsinget dem Sein Einfluss beseligt die ganze Natur.

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