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1761

Auf die Wiederkunft des Königs

Karl Wilhelm Ramler

Der Held, um den du bebtest, wann im Streite, Wohin ihn dein Verhängniss trug, Der ehrne Donner von den Bergen ihm zur Seite Die Feldherrn niederschlug:

Da wider ihn mehr Feinde sich gesellten, Als dir die Nachwelt glauben darf, Und er sich mit entschlossner Seele zweyen Welten Allein entgegenwarf;

Dein König, o Berlin! durch den du weiser, Als alle deine Schwestern bist, Voll Künste deine Thore, Felsen deine Häuser, Die Flur ein Garten ist;

Dein Vater, der dich oft in deinem Mangel Gespeist, – kehrt wieder in dein Land, Und hat in Fesseln an der Höllenpforten Angel Die Zwietracht hingebannt.

Fall' an sein Herz, o Königinn, mit Zähren Der Freude! Fleuch an seine Brust, Amalia, von deinen frommen Dankaltären, Und rede, wenn die Lust

Dich reden lässt! Vermählte seiner Brüder, Küsst sein friedselig Angesicht: Willkommen, Schutzgeist deines Volkes! und sagt wieder: Willkommen! und mehr nicht.

Ihr Jungfraun, deckt mit immergrünen Zweigen, Mit einem ganzen Lorbeerhain Den Weg! mischt Bluhmen, die der offnen Erd' entsteigen, Und frühe Blüthe drein!

Ihr edeln Mütter, opfert Specereyen, Die Maraba den Tempeln zollt, Da wo sein goldner Wagen durch gedrängte Reihen Entzückter Augen rollt.

Heil uns, dass unser Morgen in die Tage Des einzigen Monarchen fiel! So sagt, ihr Jünglinge. Du, Chor der Alten, sage: Heil uns, dass wir das Ziel

So viel gekrönter Thaten sahn! wir sterben Von Wonne trunken: Friederich Bleibt hinter uns; ihr stolzen Enkel sollt ihn erben! Triumph! so sag' auch ich,

Wenn, unter hohen, jubelvollen Zungen, Ein süsser Ton auch mir gerieth: Triumph! ich hab' ein Lied dem Göttlichen gesungen, Und ihm gefällt mein Lied.

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