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1725–1798

An die Stadt Berlin. 1759.

Karl Wilhelm Ramler

Ich sahe sie! (mir zittern die Gebeine!) Ich sah, glückseliges Berlin, Die Göttinn deines Stroms vor deinem Mit ihren Schwänen ziehn!

Vergönne mir, Najade, nachzulallen, Was mein erstauntes Ohr durchdrang, Und was dein Göttermund den Faunen Hamadryaden sang. — —

Sey mir gegrüsst, Augusta, meine Die Städte Deutschlands bücken sich! Es hören meinen Stolz Belt, Donau, Und weichen hinter mich!

Was fürchten wir, ist gleich die Zahl Wie dieser beiden Ufer Sand? O Tochter! hast du nicht zur Seite meines Stets einen Gott erkannt?

Stritt Jupiter nicht selbst mit Friedrichs Und donnerte den Feind zurück? Warf nicht der Kriegesgott einst plötzlich Vor seines Mörders Blick?

Sah ich nicht jüngst, (als er vom fernen Den Riesen aus der Mitternacht Sein Heer entgegen riss, ein kleines Heer Bereit zur zehnten Schlacht,)

Wie das Panier, von seiner Hand Zur drohenden Aegide ward? Die Feinde sahn den Schild der Pallas, Und hafteten erstarrt

Am Boden; — bis sie durch sein Heer Das unaufhaltsam weiter drang, Wie Halmen von des Himmels Schlossen Dreyhundert Hufen lang.

Ja, dinget nur die halbe Welt zu- Und raset wider Einen Mann, Und wendet wider ihn Verrath, Nacht, Den ganzen Orkus an:

Borussiens gerechter Held soll sie- Die Götter schützen ihren Sohn. Bald wird er im Triumph zu seinen Kin- Er kömmt, ich seh ihn schon!

Er kömmt, das Haupt mit Stralen Wie Delius Apollo kam, Als er den Python schlug und ihm mit Die schwarze Seele nahm.

Eilt, ihn in Erz den Enkeln auf- Eilt, einen Tempel ihm zu weihn Am Rande meines Stroms! ich brenne, Mit Bluhmen zu bestreun.

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