Wie lange schwingt die rasende Megäre
Die Fackel? Götter dieser Welt,
Warum verfolgt ihr ihn, zu seiner eignen
Den unbezwungnen Held?
Ists möglich? machen euch so viel
Mit welchen ihr ihn ringen saht,
So viele Kronen, die mit Blut zu kaufen
So manche Götterthat,
So manch von ihm zertretnes Un-
Nicht wieder zur Versöhnung Lust?
So lange loderte der Rache schwarzes
In keines Gottes Brust.
Als Herkuls Arm den Löwen erst
Der in Nemäens Felsen lag,
Und, mit der Panzerhaut bedeckt, sein
Und schnell, und Schlag auf Schlag,
Der Hydra, die ihn zu ermüden
Ihr immer wachsend Leben nahm,
Obgleich die Fersen ihm ein kriechend
Das gieng und wiederkam;
Und dann die falsche Brut der Stym-
Die wild aus ehrnen Schnäbeln schrien,
Mit ehrnen Klauen raubten, und den Kampf
Aus Sumpf und Busch zu ziehn,
Ein Mittel traf; (denn diese zu
War nur ein Spiel für Herkuls Hand;)
Und drauf aus Thrazien die Rosse, die
Der Felder weggebrannt,
Und flammenathmend in die Hütten
Und ihren Schlund, das offne Grab,
Mit Menschen fülleten, lebendig aufge-
Dem wilde Viehe gab:
Da sank der Zorn der reuerfüllten
Und Juno, frey von Rachbegier,
Brach aus: Sohn Jupiters, der Sterblichen
O! mehr ein Gott, als wir!
Geneuss, geneuss der Ruh, die dir
Seit ich diess Feuer angefacht,
Und alle Himmlischen, durch meine Wut
Auf dich entbrannt gemacht!
Geneuss der Opfer, die von beiden
Der Erde, künftig jedermann
Dir bringen wird, nicht uns! und nimm
Den ersten Nektar an.