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1725–1798

An die Feinde des Königs. 1760.

Karl Wilhelm Ramler

Wie lange schwingt die rasende Megäre Die Fackel? Götter dieser Welt, Warum verfolgt ihr ihn, zu seiner eignen Den unbezwungnen Held?

Ists möglich? machen euch so viel Mit welchen ihr ihn ringen saht, So viele Kronen, die mit Blut zu kaufen So manche Götterthat,

So manch von ihm zertretnes Un- Nicht wieder zur Versöhnung Lust? So lange loderte der Rache schwarzes In keines Gottes Brust.

Als Herkuls Arm den Löwen erst Der in Nemäens Felsen lag, Und, mit der Panzerhaut bedeckt, sein Und schnell, und Schlag auf Schlag,

Der Hydra, die ihn zu ermüden Ihr immer wachsend Leben nahm, Obgleich die Fersen ihm ein kriechend Das gieng und wiederkam;

Und dann die falsche Brut der Stym- Die wild aus ehrnen Schnäbeln schrien, Mit ehrnen Klauen raubten, und den Kampf Aus Sumpf und Busch zu ziehn,

Ein Mittel traf; (denn diese zu War nur ein Spiel für Herkuls Hand;) Und drauf aus Thrazien die Rosse, die Der Felder weggebrannt,

Und flammenathmend in die Hütten Und ihren Schlund, das offne Grab, Mit Menschen fülleten, lebendig aufge- Dem wilde Viehe gab:

Da sank der Zorn der reuerfüllten Und Juno, frey von Rachbegier, Brach aus: Sohn Jupiters, der Sterblichen O! mehr ein Gott, als wir!

Geneuss, geneuss der Ruh, die dir Seit ich diess Feuer angefacht, Und alle Himmlischen, durch meine Wut Auf dich entbrannt gemacht!

Geneuss der Opfer, die von beiden Der Erde, künftig jedermann Dir bringen wird, nicht uns! und nimm Den ersten Nektar an.

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