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1725–1798

An den König. 1766.

Karl Wilhelm Ramler

Friedrich! du, dem ein Gott das für die Sterblichen Zu gefährliche Loos eines Monarchen gab, Und, o Wunder! der du glorreich dein Loos erfüllst,

Siehe! deiner von Ruhm trunkenen Tage sind Zwanzig tausend entflohn! Ihnen folgt allzubald

Jedes Denkmaal von dir; alle die Tem- Pallas, und dem Apoll, und dem verwundeten Kriegesgotte geweiht, werden Ruinen seyn. Zwar das Jahrbuch der Welt nennt, wann

Stolzer Könige schläst, dich den Eroberer, Dich den Grossen: doch ach! heisst diess Deine Tugenden? So lebt in Europens und In der älteren Welt Asiens mancher Fürst,

Dir an Weisheit nicht gleich. Selbst der Macedonier, wie lebt er? bewundert, und Nicht geliebt; denn er fand keinen Dir- Herold, dessen Gesang weiter, als Phidias

Marmor, oder Apells athmende Farbe, Aber, siehe! wie lebt Cäsar Oktavius Durch den Edeln in Rom? (Edel im Grossen Götter, obgleich nicht auf der

Censors:) ewig geliebt, ewig ein Muster der Väter jegliches Volks. — Glücklicher Unverdächtig, ein Lob, reiner als beider In sein Saitenspiel singt! Glücklicher

Nicht den Feldherrn allein, und den ge- Landesfürsten in dir; der auch den Vater des Hauses, der auch den Freund, der auch den Weisen, gross in der Kunst jeder Kamöne,

Götter! wäre doch ich dieser beneidete Barde! selber zu schwach, aber durch Und die Sprache gestärkt, die wie Kalliopens Tuba tönet: wie weit liess ich euch

Sänger Heinrichs! und dich, ganze Zunft

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