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1796–1835

XxXV.

August von Platen

Der sommerlichen Sprudelquelle, Und siehst entstehn und siehst vergehn den Schaum? So ruhn wir Menschen auf des Lebens Schwelle, Und was wir hoffen, was wir suchen stets,

Ein leichter Hauch gebiert's, ein leichter Hauch verweht's. Es übt sich mehr und mehr das Herz, Und stählt sich, daß von Tag zu Tage Mit größerm Muth es immer neuen Schmerz,

Und immer neuen Kummer trage: Erringen quält, Errung'nem droht Verlust, Und ew'ge Sehnsucht hebt die bange Jünglingsbrust. Drum preis' ich den, der nicht begehrt!

Was wäre hier im leichten Staube Des Suchens oder Findens werth? Nach höh'rem Ziel verweist der höh're Glaube; Hier ist es nicht, wo jedes Ding verlezt,

Jenseits des Lebens ward dein Ziel hinausgesezt! Im Geiste strebe zu entfliehn Den Schranken dieser Menscheninnung, Und laß am Busen dir vorüberziehn

Die Stimmungen der wechselnden Gesinnung; Dann trübt der Klarheit innern Spiegel nie, Durch Lieb' und Sorg' und Haß, die rege Phantasie. Laß Andre denn mit ird'schem Blick

Nach ihren bunten Zwecken haschen, Sobald Geschick sie oder Mißgeschick Im steten Wandel spielend überraschen: Geschäftig sind sie, doch ihr Thun ist leer,

Und schnellzerstörend folgt das Schicksal hinterher.

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