Skip to content
1796–1835

Xv. Das Grab im Busento.

August von Platen

Aus den Wassern schallt es Antwort, und in Wirbeln Und den Fluß hinauf, hinunter, zieh'n die Schatten Die den Alarich beweinen, ihres Volkes besten Todten. Allzufrüh und fern der Heimath mußten hier sie ihn

Während noch die Jugendlocken seine Schulter blond Und am Ufer des Busento reihten sie sich um die Wette, Um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein frisches Bette. In der wogenleeren Höhlung wühlten sie empor die Erde,

Senkten tief hinein den Leichnam, mit der Rüstung, auf Deckten dann mit Erde wieder ihn und seine stolze Habe, Daß die hohen Stromgewächse wüchsen aus dem Helden- Abgelenkt zum zweyten Male, ward der Fluß herbey-

Mächtig in ihr altes Bette schäumten die Busentowogen. Und es sang ein Chor von Männern: Schlaf' in deinen Keines Römers schnöde Habsucht soll dir je dein Grab Sangen's, und die Lobgesänge tönten fort im Gothen-

Wälze sie, Busentowelle, wälze sie von Meer zu Meere!

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Xv. Das Grab im Busento. · August von Platen · Poetry Cove