Wer hätte je dich anzuschau'n bereuet?
Wie viele Reize liegen hingestreuet
Auf diesen Wangen, diesen schönen Haaren!
Du bist so zart, du bist so jung an Jahren,
Durch jede Huldigung des Glücks erfreuet;
Doch wer die List in deinem Busen scheuet,
Der mag vor dir sich Tag und Nacht bewahren!
Noch prahlt ein Baum mit manchem frischen Aste,
Die Blätter bilden noch geräum'ge Lauben,
Da schon Zerstörung wüthet unter'm Baste.
Doch soll mir frostige Betrachtung rauben
Den süßen Schatten, unter dem ich raste?
Nein, deine Schönheit fordert blinden Glauben!