Schimmer sich vom See verlor,
Steigen mir Gedächtnißbilder
Aus der Wellen Nacht empor:
Malen mir des Kahnes Schwanken
Den gefurchten Pfad entlang,
Als die Morgenlüfte tranken
Zauberischen Liederklang.
Malen mir, von Berges Kuppe
Schweifend den ergözten Sinn,
Und die ländlichschöne Gruppe
Um den Heerd der Sennerin.
Malen mir die Felsgehege,
Wo die Alpenrose hangt,
Welche nicht durch Menschenpflege
In des Thales Gärten prangt.
Nächtlich fühl' ich jezt ein Bangen,
Wann der See gehoben wallt,
Jene Tage sind vergangen,
Jene Stimmen sind verhallt.
Frost'ge Nebel steigen, welche
Berg und Kuppe trüb' umziehn,
Und die rothen Alpenkelche
Werden mit dem Sommer fliehn.
Bald, verjagt von Sturm und Flocken
Zieht die Hirtin froh in's Thal,
Und es tönt der Hall der Glocken
Von der Höh' zum lezten Mal.