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1815

Er tanzt in Moskau

August von Platen

Ihr seht die Sterne blutigrot Auf euer Warschau flimmern; Doch trotz, o Polen, trotz der Not Hört endlich auf zu wimmern!

Und wenn das Herz euch auch zerbricht Stört euern guten König nicht: Der König tanzt in Moskau! Solch einen König hat gewiß

Ein Volk noch nie gewonnen; Euch drückte Tod und Finsternis, Er blieb jedoch besonnen: Als er gehört von eurem Fall,

Da gab er einen großen Ball: Der König tanzt in Moskau! Ein wunderfeines Zartgefühl Verraten seine Schuhe;

Ihr Sklaven, bläht ihm einen Pfühl, Denn er bedarf der Ruhe! Er war bei seinem Volk so ganz, Er ist so warm, so warm – vom Tanz;

Der König tanzt in Moskau! Von ihm vernehmen Schmeichelein Kirgisin und Mongolin, Die er umstrickt mit Liebelein;

Drum weine nicht, o Polin! Er reißt die Kinder dir vom Arm, Doch tut er sonst dir keinen Harm: Der König tanzt in Moskau!

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