Es kann zurück sich nicht ergehn zum Kinde; Der Dichtung erster, jugendlicher Reigen Zog längst vorüber, flog vorbey geschwinde: Sophisten kamen, sie begann zu schweigen,
Und löste nach und nach die goldne Binde. Doch jene Nüchternen bezwang dein Streben, Und so entflammtest du das neue Leben! Was deutsche Kraft in dieser Zeit erreichte,
Gehört dir an, und neigt sich deinem Bilde, Und dein vor allen sey dies Lied, das leichte, Das du zuerst empfingst mit edler Milde, Versammelnd rings um dessen frühste Beichte,
Von Frau'n und Männern eine schöne Gilde: Sey's, daß das Volk es nun mit Gunst bezahle, Du ließest leben es zum ersten Male! Nun mögen Lieder sich zum Liede reihen,
Geschichte zu Geschichte, Sag' an Sage, Ich sehne mich, sie alle dir zu weihen, Die noch als Keim ich in der Seele trage, Dir, der gehört mit gütigem Verzeihen
Die frühsten Klänge meiner jungen Tage, Da noch ich sang des Stolzes muth'ge Triebe, Und jenen brennenden nach Ruhm und Liebe. Doch hat das Herz sich nie zurecht gefunden
In dieses Lebens ird'schen Paradiesen: Die freye Liebe, die es ungebunden Den Menschen bot, sie ward verlacht von diesen, Und frühe fühlt' ich in verlass'nen Stunden
Mich auf mein eignes, dunkles Selbst verwiesen, Und früh begann ein unaussprechlich Sehnen Die Brust durch Seufzer mächtig auszudehnen. Das ist vorbey! Ich lernte viel verschmerzen,
Ich fühlte Kraft, mir Alles zu versagen, Und eine Welt von Heiterkeit und Scherzen Im leichtbeweglichen Gemüth zu tragen: Nur selten soll die tiefe Qual im Herzen
Ergießen sich in ungeheure Klagen, Und jeder Hörer fühle dann mit Beben, Was für ein trauriges Geschenk das Leben! So ward gestählt ich denn und ausgestattet
Zu Thaten, die ich länger nicht verschiebe: Mein Muth, in Qualen nach und nach ermattet, Wird nie mehr betteln gehn um weiche Liebe. Vielleicht, da Stunde sich zu Stunde gattet,
Gelingt es meinem glühenden Betriebe, Daß ich dereinst, wenn deutsches Wort ich meistre, Die edle Jugend dieses Volks begeistre.
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