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1832

35. Kassandra

August von Platen

Deinem Los sein Klagen geweiht, Europa! Aus dem Unheil schleudert in neues Schrecknis Dich ein Gott stets; ewig umsonst erflehst du Frieden und Freiheit!

Kaum versank allmählich, im trägen Zeitlauf, Jener Zwingburg südlicher Bau zu Trümmern, Wo des Weltherrn Zepter dem Inquisitor Schürte den Holzstoß:

Sieh, da keimt schon, unter dem Hauch des Nordpols, Frischen Unheils wuchernder Same leis auf: Hoch als Giftbaum ragt in die Luft bereits dies Riesige Scheusal!

Selbst dem Beil fruchtloser Begeisterung trotzt Dieser Stamm, der Alles erdrückt, und keiner Wolke, weh uns, rettender Blitz zerschmettert Wipfel und Ast ihm!

Ketten dräun, wie nie sie geklirrt, der Menschheit Bangen Hals zuschnürend, und parrizidisch Reiht im Wettlauf mächtiger Ungeheur sich Frevler an Frevler!

Noch einmal, wie's kündet die alte Fabel, Überm Haus blutgieriger Tantaliden Sein Gespann rückwärts mit Entsetzen lenkend, Schaudert Apollo!

Zwar der Hahn kräht; aber er weckt die Welt nicht! Selbst des Einhorns Stachel vielleicht zersplittert: Adler Deutschlands, doppelter, kreise wachsam, Schärfe die Klaun dir!

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