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1775

Theone

Gottlieb Konrad Pfeffel

Erast, den stiller Mangel drückte, Saß einst im dunkeln Lindenhayn, Der seines Fürsten Garten schmückte, Und fühlte schlummernd noch die Pein

Der schwärzern Zukunft, die ihn schreckte, Als ihn im nächsten Bogengang Das Aechzen eines Mädchens weckte. Er lauscht; mit lauten Schluchzern rang

Die dumpfe Stimme: Gott wie lang Verbirgst du dich! Du hast gehöret Was dieser Reiche für das Brod, Wodurch er meines Vaters Noth

Erleichtern will, von mir begehret. Erasten schwoll das Herz, er zog Sein letztes Gold heraus und flog, Von süßem Mitleid angefeuert,

Zur Fremden hin; sie war verschleyert. Nimm, sprach er, Edle, dieß zum Pfand Der Ehrfurcht, nicht zum Tugendlohne; Es ist gering, doch rein die Hand

Des Gebers. – Himmel! rief Theone, Er ists, mein Vater! – Wie? mein Kind! Sie wars. Er küsset jede Thräne, Die von der Tochter Wange rinnt

Entzückt hinweg. O feyrt die Scene, Ihr Engel, sie ist euer werth! Doch plötzlich wurden sie gestört. Philint, der Schmuck der Erdensöhne,

Der alles gierig angehört, Sprang aus dem Busch: Erhabne Seele! Sprach er mit glühendem Gesicht Zur Schönen: meine Hand, wo nicht,

Die Hälfte meiner Güter – wähle! Du, die Theonens Geist beseelt, Serena, reich an edeln Thaten, Dein Herz wird ohne mich errathen,

Was sie gefühlet und gewählt.

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