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1778

Holien

Gottlieb Konrad Pfeffel

In China lag beym Sternenlichte Ein Jüngling – Dank sey der Geschichte Für seinen Namen – Holien Lag müd auf seiner Binsenmatte

Und sah vom Räuber ungesehn, Der sein Gemach erstiegen hatte, Wie hurtig er, was ihm gefiel, In seinen weiten Schnapsack steckte.

Er regt sich nicht auf seinem Pfühl Und blinzt die Augen zu. Nun streckte Der Gaudieb die versuchte Hand Nach einem Topf von Siegelerde,

Der leer in einem Winkel stand. Laß, rief mit flehender Geberde Itzt Holien, laß, armer Mann, Mir diesen Topf, damit ich morgen

Für meine Mutter kochen kann. Der Räuber bebt: Schlaf ohne Sorgen; Solch einen Sohn bestehl ich nicht, Lallt er, legt all die Beute nieder

Und wischt sich Thränen vom Gesicht. Seit diesem Tag stahl er nicht wieder.

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