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1788

Geßner

Gottlieb Konrad Pfeffel

An Lichtwehrs Arm gieng im Elysium Aesop, der für des deutschen Schülers Ruhm So kalt nicht ist, wie Deutschlands neue Barden, Einst in verherrlichter Gestalt

Auf einem Pfad von Thymian und Narden Im wölbenden Cypressenwald. Da kam mit einem hehren Schatten, Auf dessen Antlitz heitre Ruh

Und Weisheit sich gepaaret hatten, Der alte Theokrit auf beede Freunde zu. Sein Geßner wars, der eben an der Küste Der bessern Welt gelandet war.

Er nennt mit frohem Stolz ihn dem vertrauten Paar, Aesop trat vor ihn hin, und grüßte Mit einem Kuß den Sänger der Natur: Willkommen, sprach er, Freund, auf unsrer Flur

Und nahm den Kranz, der seine Schläfe schmückte Und setzt ihn Geßnern auf. Der edle Schweitzer bückte Beschämt das Haupt zurück. Empfange dieses Pfand Des Sieges, rief Aesop: es war in deiner Jugend

Dir schon bestimmt –ich gab den Thieren nur Verstand Und du gabst deinen Hirten Tugend.

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