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1777

Diogen

Gottlieb Konrad Pfeffel

Als mit der Leuchte Diogen, Um einen Menschen auszuspüren, Durch alle Gassen von Athen Umherzog, stieß ihm an den Thüren

Des Tempels der Barmherzigkeit Ein Priester auf: Herr, eine Gabe! Rief Diogen; nur einen Deut, Daß ich mein schwaches Alter labe!

Mein Segen gnüge dir mein Sohn, Versetzt der Pfaff und schleicht davon. Der Pilger trat vor einen Laden Voll Spangen, Fächern und Pommaden,

Und sprach zu einem schönen Weib: Ihr kauft so viel zum Zeitvertreib, Madam, wollt ihr nicht auch des Armen, Der bald verhungert, euch erbarmen?

Mich jammert, Alter, deine Noth, Da, kaufe dir ein Dreyerbrod, Sie sprachs und gab im Augenblicke Dem Krämer zwanzig Silberstücke

Für ihres Möpschens Halsband hin. Der Weise kratzt sich in den Haaren Und geht. Der Prinz von Salamin Kam eben in die Stadt gefahren.

Diogenes lief zu ihm hin; Er hieng sich an den goldnen Wagen. „Halt, Sohn der Götter, höre mich!“ Fort, Schlingel, hieß es, packe dich,

Sonst laß ich dich zu todte schlagen. Ein Sklave, der von ferne stand, Sprang auf und riß mit edler Hitze Den Alten weg, und seine Hand

Warf ihm zween Heller in die Mütze. Ihr Götter! rief der weise Mann, Mehr als ein König geben kann, Gab dieser mir; nun sterb ich gerne.

Er weint und löschte die Laterne.

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