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1783

Die Dryas

Gottlieb Konrad Pfeffel

An des Olympus Fuß erhebt Ein alter Palmbaum sich, den man als göttlich ehret, Weil eine Dryas in ihm lebt, Die jeden reinen Wunsch erhöret.

Philint, der blos ein Herz und nichts von dem besaß, Was man zum Glück des Lebens zählet, Schlich traurig vor den Baum: „O Göttin! gieb mir das, Was mir zu meiner Ruhe fehlet.“

Er schweigt. Das Alles findest du, Wein Sohn, in deiner eignen Hütte; So flüstert ihm ein holder Zephyr zu. Philint beflügelt seine Schritte,

Stürmt keichend in sein kleines Haus, Und von der Hofnung Rausch beseelet Spürt er umsonst den letzten Winkel aus, Durchsucht sich endlich selbst und findet was ihm fehlet.

Was mochte wohl der guten Dryas Gunst Dem redlichen Philint bescheren? O Freund, den grösten Schatz, die seltne Kunst, Was er nicht hatte, zu entbehren.

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