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1777

Der Pommer und der Kater

Gottlieb Konrad Pfeffel

Ein Pommer ward von einem Schusse lahm, Der seinem Herrn, den er beschützen wollte, Verrätherisch das Leben nahm. Unwissend, wie er nun sein Brod gewinnen sollte,

Kroch er betrübt bis in die nächste Stadt, An deren Thor ein Kater zu ihm trat, Dem eines Abtes Koch vor wenig Tagen, Weil er ein Rebhuhn stahl, das Bein zerschlagen.

Bedrängte werden gleich bekannt: Sie unterhielten sich von ihren Unglücksfällen. Zuletzt sprach Mauz: Freund, laß uns durch das Land Als ein paar treue Spießgesellen

Hausieren gehn. Der Pommer sagte, nein; Wir sind zwar beyde lahm; allein Ich möchte doch nicht gern mit dir verglichen werden. War dieses Stolz? – Nur ihr könnt Richter seyn,

Ihr zartern Seelen. Kann auf Erden Der Tugend größers Leiden drohn, Als Prüfungen, die ihren Werth erhöhen, Mit des verworfnen Lasters Lohn

Vor aller Welt vermengt zu sehen?

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