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1778

Der Knabe und sein Vater

Gottlieb Konrad Pfeffel

Ein Schüler aß, wie viele Knaben, Die Datteln für sein Leben gern; Und um des Guten viel zu haben, So pflanzt er einen Dattelkern

In seines Vaters Blumengarten. Der Vater sah ihm lächelnd zu Und sagte: Datteln pflanzest du? O Kind, da must du lange warten!

Denn wisse, dieser edle Baum Trägt oft nach zwanzig Jahren kaum Die ersten seiner süßen Früchte. Karl, der sich dessen nicht versah,

Hielt ein und rümpfte das Gesichte. Ey, sprach er endlich zum Papa, Das Warten soll mich nicht verdrießen; Belohnt die Zeit nur meinen Fleiß,

So kann ich ja dereinst als Greis, Was itzt der Knabe pflanzt, genießen. So, holder Liebling, denkst auch du Und sammelst an Minervens Busen

Dir Schätze für die Heldenruh Und – triumphieret deutsche Musen! – Euch hat ein Celte sich gewählt, Der kaum zwey volle Lustern zählt.

Freund, pflanzest du auf deutsche Wälle Einst dein Panier mit tapfrer Hand, So denke stets, auch diese Stelle Gehört zu Gellerts Vaterland.

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