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1781

Der Affe und der Löwe

Gottlieb Konrad Pfeffel

Ein Affe, der bey einem Biographen Als Famulus gedient, zerbrach sein Joch, Kam an des Löwen Hof und ward wie alle Sklaven Ein Schmeichler, der im Staube kroch.

Herr König, sprach er einst im Ton des Patrioten, Wie kömmt es, daß kein Annalist, Kein Sammler großer Anekdoten, In deinem Reich bestellet ist?

Wie manchen schönen Zug von Tapferkeit und Treue, Von Weisheit, Großmuth, edler Reue, Von Mutterpflicht, Geduld und stiller Frömmigkeit Verschlingt der Ocean der Zeit!

Auf deinen Wink bin ich bereit, Die hohen Tugenden, die Krieg und Frieden In unserm Staat erzeugt, vom libyschen Alciden, (Hier bückte sich der Biograph)

Bis zum bescheidnen, frommen Schaf, In thierischen Ephemeriden, Der grauen Ewigkeit zu weyhn. Kerl, fiel der Großsultan ihm ein,

Du schwatzest wie ein Mensch aus den polierten Staaten Des Occidents, wo gute Thaten So selten sind, daß man sie zählen kann: Rührt deine Faust hier nur den Griffel an,

So laß ich dich lebendig braten.

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