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1784

Das Beinerhaus

Gottlieb Konrad Pfeffel

Ein persischer Kalif, der zwar den Grieß, Das Zipperlein und eine Fistel hatte, Sich aber doch als Gott verehren ließ, Verlor sich auf der Jagd. Auf einer grünen Matte,

Die tief im Holze lag, sah er mit leisem Graus, Was wenig Fürstenaugen sahen, Ein angefülltes Beinerhaus. Er wagt es muthig hinzunahen

Und findet einen hagern Mann Mit alten Lumpen angethan, Der in den Todtenschädeln störte, Bald einen, bald den andern griff,

Ihn forschend auf und abwärts kehrte, Dann auf den Haufen schmiß. He, Freund, rief der Kalif, Was machst du hier? Der Mann schien nicht auf ihn zu hören. Der Sultan reitet näher hin,

Allein der Mann ließ sich nicht stören. Verwegner! weißt du nicht, daß ich der König bin: So brüllt er und durchbohrt mit Blicken ihn, Die, wie sein Herz, von wildem Zorn entbrennen,

Sprich, ehe dir mein Speer das Hundeleben raubt, Was suchst du hier? „Herr, meines Vaters Haupt Und deines Vaters Haupt; ich kann sie nicht erkennen.“ Hier schwang der Schach die mordgewohnte Hand;

Sie sank – und das Phantom verschwand.

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