Skip to content
1787

Carl der fünfte

Gottlieb Konrad Pfeffel

Des Kriegs mit Schwerdt und Worten müde Floh Carl der fünfte von dem Thron In eine Zelle, suchte Friede, Und fand ihn hier. Dem Göttersohn

Gab nun sein Gärtchen mehr Vergnügen Als einst Paviens Lorberfeld, Nicht Cäsar mehr war er noch Held, Doch blos um über sich zu siegen.

Sein Zeitvertreib war Gottes Welt Mit ihrem großen Bilderbuche, Und die mechanischen Versuche. Auf Turrianos Geist gestützt

Schuf er oft wandelnde Figuren Mit Dädals Kunst aus Holz geschnitzt; Sein liebstes Spiel trieb er mit Uhren, Er drehte sie wie sonst den Staat,

Zerlegte, prüfte jedes Rad, Und zeigte jedem seine Sphäre. Einst sann er wochenlang darauf, Ob es denn wohl nicht möglich wäre,

Zwo Pendeluhren gleichen Lauf Und einen gleichen Ton zu geben, Allein umsonst war seine Müh, Umsonst auch seines Freunds Bestreben.

Ey, rief er endlich lachend, sieh! Es will uns nicht einmal gelingen, Zween Seiger in ein Joch zu zwingen, Und mir und meiner Priesterzunft

Kam es zu Sinne, die Vernunft Von Tausenden und ihr Gewissen In eine gleiche Form zu gießen.

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Carl der fünfte · Gottlieb Konrad Pfeffel · Poetry Cove