Skip to content
1339

Zweyhundert sieben und neunzigstes Sonett.

Francesco Petrarca

Mit Brot, so meinem Herrn zu aller Stunde Vollauf, nähr' ich mein Herz, mit Thrän' und Plage, Und oft erbleich' ich, oft ich zittr' und zage, Denk' ich an seine bittre, tiefe Wunde.

Doch die nicht ihres Gleichen hatt' im Runde Zu ihrer Zeit, zum Bett', in dem ich klage, Kommt sie, daß kaum sie anzusehn ich wage, Und setzt sich an den Rand mit Liebeskunde.

Dann trocknet mit der Hand, so heiß begehret, Mein Auge sie und bringt mit frommen Grüßen Freude, wie sie kein Sterblicher erfähret. „Was hilft,“ spricht sie, „Trostlosem alles Wissen?

Nicht wein'! hast du nicht Thränen g'nug gewähret Wärst lebend du, wie ich dem Tod entrissen!“

Cookies on Poetry Cove

We use cookies to remember your language preference and — only with your consent — to learn how Poetry Cove is used. You can change your mind any time.
Zweyhundert sieben und neunzigstes Sonett. · Francesco Petrarca · Poetry Cove